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Ausbildung allgemein

Es gibt zwei verschiedene Ausbildungsarten

Die vollzeitschulische Ausbildung, welche überwiegend in der Schule stattfindet und die duale Berufsausbildung, welche an zwei Ausbildungsorten (in Betrieb und Berufsschule) stattfindet. 

Der praktische Teil der dualen Ausbildung findet überwiegend im Betrieb statt. Theorie und Allgemeinwissen werden in der Berufsschule vermittelt. Die duale Ausbildung ist die am häufigsten angewendete. Die Berufsschule findet entweder als Blockunterricht statt, oder mit 1,5 Tagen Unterricht pro Woche über das ganze Schuljahr verteilt. Die Ausbildungsvergütung variiert je nach Beruf, Lehrjahr und Betrieb. 

Mit der schulischen Ausbildung lassen sich eine Reihe von Berufen erlernen, die mit einer Ausbildung im dualen System nicht erreicht werden können. Das bedeutet, dass die gesamte Ausbildung in der Verantwortung der Schule liegt. Der allgemeinbildende und berufsbezogene Unterricht an der Schule wird durch betriebliche Praktika unterstützt. Die schulische Ausbildung dauert in der Regel zwei bis drei Jahre.

Eine Ausbildungsvergütung wird bei der vollzeitschulischen Ausbildung nicht gezahlt.

SOS-Azubi_FORUM_Institut_Ausbildung

Ausbildungsvertrag

Vor Beginn der Berufsausbildung wird zwischen dem Auszubildenden und seinem Ausbildungsbetrieb ein Berufsausbildungsvertrag geschlossen. Dieser enthält:

  • Den Ausbildungsberuf, die Art der Berufsausbildung und eine sachliche und zeitliche Gliederung der Berufsausbildung sowie das Ziel der Berufsausbildung
  • Beginn und Dauer der Ausbildungszeit (meistens 3 Jahre)
  • Eventuelle Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte
  • Dauer der täglichen Arbeitszeit
  • Dauer der Probezeit
  • Zahlung und Höhe der Vergütung (mind. jährlich ansteigend)
  • Urlaubstage
  • Voraussetzungen, unter denen der Berufsausbildungsvertrag gekündigt werden kann
  • einen allgemeinen Hinweis auf die Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, die auf das Berufsausbildungsverhältnis anzuwenden sind.

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Ausbildungsvergütung

Die Höhe der Ausbildungsvergütung schwankt je nach Branche und Ausbildungsberuf. Vom ersten bis zum letzten Lehrjahr steigt sie aber in der Regel an. Auch schwankt die Vergütung zwischen Ost- und Westdeutschland. In Westdeutschland sind Gehalt und Ausbildungsvergütung in der Regel immer noch höher als in Ostdeutschland. Genaueres in der Datenbank Ausbildungsvergütungen: http://www.bibb.de/de/783.htm 

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Probezeit

Jede Ausbildung und jedes Arbeitsverhältnis beginnt mit einer Probezeit. Diese dient als "Testphase" und zum gegenseitigen Kennenlernen des Ausbildungsbetriebes und des Auszubildenden. Die Probezeit wird in dem Ausbildungsvertrag aufgeführt. Sie muss mindestens einen Monat lang sein und darf nicht länger als vier Monate dauern (in einem normalen Arbeitsverhältnis sind es bis zu sechs Monate.) In dieser Zeit darf der Ausbildungsvertrag von beiden Seiten ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Wird die Ausbildung während der Probezeit um mehr als ein Drittel dieser Zeit unterbrochen, verlängert sich die Probezeit um den Zeitraum der Unterbrechung. Bei Unterbrechungen von nur kurzer Dauer kommt eine Verlängerung der Probezeit normalerweise nicht in Frage.  

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Berichtsheft

In der Ausbildungsordnung ist vorgeschrieben, dass der Auszubildende während der Ausbildungszeit einen Ausbildungsnachweis in Form eines Berichtsheftes führen muss. Dieser Ausbildungsnachweis soll möglichst einfach den zeitlichen und sachlichen Ablauf der Ausbildung nachweisbar machen. Nur unter Vorlage des Berichtshefts darf an der IHK-Prüfung teilgenommen werden. Die ausführliche Beschreibung der Tätigkeiten, denen der Auszubildende nachgeht, dient mehreren Zwecken. Zum Einen, dass der Verlauf der Ausbildung verfolgt werden kann, zum Anderen zeigt er dem Ausbildungsbeauftragten was der Auszubildende schon alles gelernt hat, und ob dies verstanden wurde. 

Das Berichtsheft ist entweder täglich oder wöchentlich zu führen sowie regelmäßig dem Ausbildenden zur Unterschrift vorzulegen. Es kann handschriftlich oder auch am PC verfasst werden. Den Kontrollzeitpunkt bestimmt der Ausbilder.

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Rechte & Pflichten

Die Rechte und Pflichten für Auszubildende sind im Berufsbildungsgesetz geregelt (§§ 13-16 BBiG)

Rechte als Auszubildende/r:

  • Anspruch auf eine angemessene Vergütung, die mindestens jährlich ansteigt. Der Anspruch auf Vergütung besteht auch für die Teilnahme am Berufsschulunterricht, an Prüfungen und an Ausbildungsmaßnahmen außerhalb des Ausbildungsbetriebes.
  • Anspruch auf Vermittlung der Fertigkeiten und Kenntnisse, welche für die Ausbildung erforderlich sind.
  • Es dürfen nur Aufgaben übertragen werden, die dem Ausbildungszweck dienen.
  • Ausbildungsmittel (insbesondere Werkzeuge und Werkstoffe), die für die Berufsausbildung und zum Ablegen der Prüfungen erforderlich sind, werden kostenlos vom Betrieb gestellt.
  • Freistellung vom Betrieb für den Besuch der Berufsschule, die Teilnahme an Prüfungen und für andere Ausbildungsmaßnahmen außerhalb des Betriebes.
  • Anspruch auf ein Zeugnis am Ende der Ausbildung, welches Auskunft über Art, Dauer und Ziel der Berufsausbildung sowie über die erworbenen Fertigkeiten und Kenntnisse gibt.

Pflichten als Auszubildende/r:

  • Du musst dich bemühen, die Fertigkeiten und Kenntnisse zu erlernen, die zur Erreichung des Ausbildungsziels erforderlich sind.
  • Die dir übertragenen Aufgaben hast du im Rahmen der Ausbildung sorgfältig auszuführen.
  • Du musst an Ausbildungsmaßnahmen, für die du freigestellt wirst (z.B. Berufsschulunterricht) teilnehmen.
  • Den Weisungen des Ausbilders solltest du Folge leisten.
  • Über Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse musst du Stillschweigen bewahren.
  • Werkzeuge, Maschinen und sonstige Einrichtungen müssen pfleglich behandelt werden.
  • Die Hausordnung, welche in deinem Ausbildungsbetrieb gilt, ist zu beachten.
  • Ein Fernbleiben von der Ausbildung musst du unverzüglich melden und bei Krankheit ein Attest vorlegen

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Ausbildungsdauer

Verkürzung der Ausbildungszeit
In den Ausbildungsverordnungen ist u.a. die Dauer der Ausbildungszeit für jeden Ausbildungsberuf geregelt. Das Berufsbildungsgesetz bietet jedoch auch die Möglichkeit von Abweichungen. In begründeten Fällen kann und in Ausnahmefällen muss von den vorgesehenen Regelausbildungszeiten abgewichen werden. Eine Pflicht zur Verkürzung bestand bislang, wenn der Auszubildende ein Berufsgrundbildungsjahr (BGJ) abgeschlossen hatte. Diese Pflicht ist jetzt jedoch entfallen. Mittlerweile bestehen nur noch „Kann-Gründe“ wie z.B.

  • der vorherige Besuch eines schulischen Berufsgrundbildungsjahres oder einer Berufsfachschule (Dauer der Verkürzung: max. 12 Monate)
  • eine vorangegangene Berufsausbildung - in demselben Beruf oder in einem anderen, verwandten Ausbildungsberuf (Dauer der Verkürzung: in Abhängigkeit von der Dauer der vorhergehenden Berufsausbildung bzw. deren Abschluss, i.d.R. auch max. 12 Monate)
  • eine höhere schulische Allgemeinbildung, z.B. Hochschul- oder Fachhochschulreife (Verkürzungsdauer: max. 12 Monate).

Über den Antrag auf Verkürzung der Ausbildung entscheidet die zuständige Stelle (IHK).Die Verkürzung kann entweder: 

  • direkt bei Abschluss des Ausbildungsvertrages vereinbart werden (die Zeiten und die Gründe für die Verkürzung werden im Ausbildungsvertrag vermerkt und entsprechende Nachweise werden beigefügt).
  • oder zu einem späteren Zeitpunkt nach Ausbildungsbeginn vereinbart werden. (Der zuständigen Stelle muss diese Vereinbarung schriftlich unter Angabe von Zeiten und Gründen sowie Nachweisen mitgeteilt werden. Gleichzeitig muss die zeitliche Gliederung der Ausbildung entsprechend der Verkürzung geändert werden.)

Vorzeitige Zulassung zur Prüfung
Die vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung führt ebenfalls zu einer Verkürzung der Ausbildung, benötigt aber im Gegensatz zu den oben genannten Verkürzungen keine Vertragsänderung. Der Ausbildungsvertrag wird in diesem Fall nur dann geändert, wenn der Auszubildende die vorzeitige Prüfung besteht, da ein Ausbildungsverhältnis mit dem Tag des Bestehens der Abschlussprüfung beendet wird. 

Verlängerung der Ausbildungszeit
Auf Antrag des Auszubildenden kann die IHK die Ausbildungszeit verlängern, wenn der Auszubildende das Ausbildungsziel nicht bestehen würde. Dies gilt nur, wenn der Auszubildende unverschuldet ist wie z.B. bei längerer Krankheit. Sollte ein Auszubildender die Abschlussprüfung nicht bestehen, so verlängert sich das Berufsausbildungsverhältnis auf sein Verlangen bis zur nächstmöglichen Wiederholungsprüfung, höchstens jedoch um ein Jahr. Die Abschlussprüfung kann zweimal wiederholt werden, auch wenn das Ausbildungsverhältnis zum Zeitpunkt der Wiederholung nicht mehr besteht. (Quelle: IHK)

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