Krise & Chance September 2025

Von der Eigenverwaltung über die vorgeschaltete Verpachtung hin zu einem kompletten Übertrag der Vermögenswerte mit langfristiger Perspektive für das Unternehmen – so eine Sanierung wie die des Stendaler Metallverarbeiters JS Lasertechnik sieht man nicht aller Tage. Der Insolvenzverwalter und die beiden Führungskräfte, die das Unternehmen im Rahmen eines Management Buy Outs (MBO) übernommen haben, geben einen Einblick in das Verfahren, bei dem es vor allem auf Teamwork zwischen den Beteiligten ankam. Der achte Teil unserer Serie „Erfolgsfaktor Sanierung“ Ein Unternehmen ist immer mehr als die Summe seiner Teile. Das wird besonders deutlich, wenn man sich als Beispiel JS Lasertechnik im sachsen-anhaltischen Stendal anschaut. Gegründet im Jahre 2007 hat sich das Unternehmen zu einem zentralen Dienstleister für professionelle Metall- und Edelstahlverarbeitung entwickelt – mit Leistungen von Laserschneiden über Oberflächenbearbeitung bis hin zu Schweißarbeiten und Montage. Alles komplexe Gewerke, bei denen es auf Präzision und Professionalität ankommen. Und alles Gewerke, mit denen die JS Lasertechnik der Anlaufpunkt für Kunden aus der Region, aber auch darüber hinaus geworden ist. Zweistufiges Vorgehen aus Verpachtung und Verkauf Umso schmerzhafter war dann die Insolvenz – und umso schöner ist es, wenn eine Rettung gelingt. Im Fall von JS Lasertechnik reichte da jedoch nicht nur eine solide Strategie. „Was es brauchte, war auch eine gute, enge und vor allen Dingen vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Beteiligten,“ sagt Insolvenzverwalter Rüdiger Bauch, Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht bei Schultze & Braun. „So konnte das Unternehmen in einem zweistufigen Vorgehen aus Verpachtung und Verkauf nicht nur gerettet, sondern wieder auf gesunde Beine gestellt werden – inklusive Rettung der rund 30 Arbeitsplätze.“ Jens Schumacher hatte die JS Lasertechnik im Jahr 2007 gegründet und in Stendal etabliert. Dennoch musste er nach 17 Jahren erfolgreichem Betrieb im März 2024 Insolvenz anmelden. Umsatzeinbrüche, unter anderem durch die Auswirkungen der Corona-Krise, hatten dies unumgänglich gemacht. Eine Sanierung in Eigenverwaltung sollte gelingen. Die Chancen standen gut. Sondersituation in der Sondersituation Doch ein Schicksalsschlag veränderte alles. Jens Schumacher verstarb überraschend im Mai 2024. Ein enormer Schock für alle Mitarbeiter, ebenso wie für alle am Verfahren beteiligten Personen – und eine ernste Thematik für die Sanierungsbemühungen. „Eine Sanierung in eigener Regie ist immer an die Person des Unternehmers gekoppelt“, sagt Rüdiger Bauch. „So war durch Herr Schumachers tragischen Tod nicht nur ein geliebter Mensch und geschätzter Unternehmer plötzlich nicht mehr da, sondern auch das rechtlich nötige Zentrum für die laufende Sanierung in eigener Regie.“ Doch trotz der Sondersituation in der Sondersituation Insolvenz war für alle Beteiligten klar, dass sie gerade jetzt weitermachen und alle Sanierungsbemühungen fortsetzen würden. Mit Blick auf die bisherigen Entwicklungen und die Unternehmensfakten fiel die Entscheidung auf die Suche nach einem Investor, um die JS Lasertechnik in dieser Ausnahmesituation möglichst verlässlich zu stabilisieren und fit für die Zukunft zu machen. Rüdiger Bauch wurde in seiner Rolle als Insolvenz- und Nachlassverwalter dabei von dem Diplom-Wirtschaftsjuristen Nico Kämpfert und seinem Team von der auf unternehmerische Sondersituationen spezialisierten INNOVATIS unterstützt, die bereits im Eigenverwaltungsverfahren beratend tätig waren. IN ZWEI SCHRITTEN SER I E

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